Große Resonanz bei der Jahreshauptversammlung der Bezirksvereinigung Gießen
Neuwahl des Bezirksvorstandes
Am 29. August 2026 fand die Jahreshauptversammlung der Bezirksvereinigung Gießen im Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen – BDS – e.V. im Bürgerhaus der Stadt Nidda statt.
Die sehr zahlreich erschienen Schiedspersonen aus dem Landgerichtsbezirk Gießen – es waren tatsächlich mehr als ein Drittel aller Mitglieder anwesend - erlebten eine sehr kurzweilige Sitzung in dessen Mittelpunkt die Neuwahl des Bezirksvorstandes stand. Bodo Winter, Büdingen, wurde von der Versammlung erneut zum Vorsitzenden der Bezirksvereinigung gewählt und geht damit in seine 6. Wahlperiode als Vorsitzender der Vereinigung. Ebenfalls in seine 6. Wahlperiode als Stellvertretender Vorsitzender geht Dieter Müller aus Echzell. Auch die übrigen Vorstandsmitglieder wurde in ihren jeweiligen Ämtern bestätigt. Schatzmeisterin bleibt Simone Schulmeister aus Herbstein, Schriftführerin Andrea Quall aus Freiensteinau. Zu Beisitzern wurden gewählt: Timo Tichai, aus Hirzenhain, Sonja Barth aus Lich, Klaus Kirbach aus Homberg und Dieter Gutzeit aus Biebertal. Sämtliche Wahlen erfolgten einstimmig.
Der Bezirksvorsitzende lobte in seinem Geschäftsbericht ausdrücklich die sehr harmonische Zusammenarbeit mit dem gesamten Vorstand. Zu den wesentlichen Aufgaben des BDS gehöre, neben den Kontakten zu den Kommunen und den Gerichten, die Aus- und Weiterbildung der Schiedspersonen. Dieser Aufgabe werde die Bezirksvereinigung Gießen mehr als gerecht. Die Mitglieder dieser Bezirksvereinigung zeigten zudem eine hohe Bereitschaft, die Ausbildungsangebote des BDS anzunehmen. Die hohe Qualität der Arbeit der Schiedspersonen sei ihm ein besonderes Anliegen, soweit Winter. Letztlich sei eben nur eine gut ausgebildete Schiedsperson auch eine gute Schiedsperson.
Diese besondere Qualität der vorgerichtlichen Streitschlichtung durch Schiedspersonen würdigte auch der Direktor des Amtsgerichts Büdingen, Stefan Knoche, der immer wieder gerne zu den Veranstaltungen des BDS komme. Als Dienstvorgesetzter der Schiedspersonen wissen er nur zu gut, welch wertvollen Beitrag die Arbeit der Schiedspersonen für das Gemeinwohl leiste. Zudem werde die Justiz in vielen Belangen unterstützt und auch entlastet. Auch die aus Herne angereiste Bundesvorsitzende des BDS, Frau Monika Ganteföhr, lobte die hervorragende Arbeit der Bezirksvereinigung. Frau Ganteföhr berichtete aus der vielfältigen Arbeit der Bundesvereinigung, resümierte über die Bundesvertreterversammlung im Jahre 2025 in Bad Wildungen. Sie wies in ihrem Beitrag auch daraufhin, dass im Jahr 2027 das Schiedsamt 200 Jahre bestehe. Man werde dies entsprechend angemessen feiern.
Aus Anlass der Jahreshauptversammlung erfolgten durch den Vorsitzenden – zusammen mit der Bundesvorsitzenden - auch Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft und besonderer Verdienste für das Schiedsamt. Mit der Treuenadel in Bronze für langjährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet Holger Feick aus Alsfeld, Rudi Goll aus Florstadt, Lutz Ritschel aus Altenstadt, Gerd Sargk aus Echzell und Herbert Wenzel aus Glauburg. Zudem wurde wegen seiner Treue und seiner Verdienste um das Schiedsamt Herr Ernst-Richard Pleyer aus Hungen mit der Verdienstnadel in Bronze ausgezeichnet.
In den letzten beiden Jahren wurde auf Initiative der Hessischen Landesvereinigung im BDS die Zusammenarbeit mit der Hessischen Polizei aktiviert und auch neu aufgestellt. Zusammen mit dem Hessischen Landeskriminalamt wurde ein Konzept erstellt, dass die Zusammenarbeit im Detail regelt und Rechtsunsicherheiten beseitigen soll. Aus diesem Anlass waren auch zwei besonderen Gäste in der Versammlung.
Der Leiter der Büdinger Polizeistation, der Erste Polizeihauptkommissar Uwe Struck, und der Büdinger Schutzmann vor Ort, der Polizeioberkommissar Christian Gerhardt. Zusammen mit dem Bezirksvorsitzenden gestaltete dieses Trio dann den Fortbildungsteil der Versammlung. Unisono wurde das neue Konzept der Zusammenarbeit zwischen Schiedsamt und Polizei gelobt. Uwe Struck machte deutlich, dass er immer wieder feststelle, dass vielen Alltagskonflikten mit den Mitteln der Prävention deutlich besser zu begegnen sei als mit den herkömmlichen Mitteln der Polizeiarbeit. Allerdings gelte es eben auch darauf zu achten, dass das Legalitätsprinzip nicht beeinträchtigt werde. Er wies jedoch darauf hin, dass alleine der Verweis auf das Schiedsamt durch die Polizei keinesfalls eine Strafvereitelung im Amt darstelle. Diese setze Vorsatz voraus. Die darauf verweisenden Polizeibeamten wollen freilich nichts vereiteln oder verhindern sondern vielmehr dem Bürger die bestmögliche Hilfe zukommen lassen.
Er selbst bezeichnete sich als großer Freund der Institution Schiedsamt und erklärte, dass er insbesondere auch die jüngeren Beamtinnen und Beamten in seiner Diensstelle darauf hinweise, welche Chancen für die Gesellschaft insgesamt diese Form des Zusammenspiels zwischen Prävention und Repression für den Rechtsstaat biete. Christian Gerhardt, der als Schutzmann vor Ort in Büdingen hohe Anerkennung genießt, berichtete von der sehr intensiven und auch erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Büdinger Schiedsamt. Viele, scheinbar aussichtslos erscheinende Konflikte, wurden durch diese Zusammenarbeit in den letzten Jahren gelöst und befriedet. Das positive Feedback, dass er immer wieder erhalte, bestätige ihn in seiner Ansicht, dass diese besondere Form der Konfliktbeilegung einen absoluten Mehrwert für die Gesellschaft darstelle.
Bodo Winter bestätigte diese Darstellungen und warb dafür, dass auch in anderen Kommunen diese Form der Zusammenarbeit, wie vom Innenministerium ausdrücklich gewünscht, intensiviert werde. Man stehe zwar landesweit erst am Anfang, aber die Rückmeldungen die er erhalte, sowohl vom Landeskriminalamt wie auch von den Schiedspersonen, ermutige ihn sehr.